Psycho München 11: Die Chirurgie als Hort historischer Gefräßigkeit

München ist ja nun wirklich eine innovative, dem Fortschritt verpflichtete Stadt. Als Beispiel seien hier nur die „Spin-Offs“ der Technischen Universität München verlinkt:

Gründerwettbewerb TUM

Wer bei diesen Gründungen nicht so ganz durchblickt, von was da eigentlich die Rede ist, dem geht es genau so wie mir. Ich finde das ziemlich toll, was die so alles gründen, aber ich habe keine Ahnung, womit ich es zu tun habe. Scheint irgendwas Technisches zu sein.

Da freue ich mich doch, wenn ich bei meinen Psycho-Stadtspaziergängen an der einen oder anderen Örtlichkeit auf die Spur von Technik-Traditionalisten stoße. Also von Menschen, denen es wichtig ist, auf epochale Neuerungen hinzuweisen, deren Geburtsstunde schon ein paar Jahre zurück liegt.

Es war anno 1980, als einer der Meilensteine der Computertechnik das Licht der Welt erblickt hätte, wenn er denn mit Augen ausgestattet gewesen wäre. Aber er war blind, gelb und gefräßig. Er ernährte sich von Pixeln. Seine einzigen natürlichen Feinde waren Gespenster.

Wer jetzt noch nicht weiß, von wem die Rede ist, braucht nicht weiter zu lesen.
Er ist zu jung.
Er wird es nicht verstehen.

Für alle anderen hier ein Foto von der Pforte der Chrirurgischen Klinik Innenstadt:

IMG_6285

Und hier noch die Vergrößerung der beiden am oberen Rand angebrachten Post-Its:g1

g2

 

 

 

 

 

 

 

Eine kultische Stätte. Ein Ort der Kraft und der Besinnung. Eigentlich ein Denkmal.

Ich verhehle nicht, dass ich ein wenig stolz bin, dass der Gral des Gedenkens an historische Momente der technischen Revolution in Mediziner-Hand ist.

Peter Teuschel

 

 

10
10
2 Responses
  1. Dann hoffen wir mal lieber nicht, dass in ein paar Jahren einer ihrer Nachfolger diesen geschichtsträchtigen Ort auf einem Spaziergang erreicht und anstatt Post-Its mit

    Blinky, Pinky, Inkey und Clyde welche mit
    Tinky-Winky, Dipsy, Laa-Laa und Po findet, auf denen steht:

    No(r)mal. No(r)mal. 😉

Leave a Reply

Kommentar verfassen