Psychisch Kranke haben ein erhöhtes Risiko, ermordet zu werden

Einen ungewöhnlichen Zusammenhang zwischen psychischer Erkrankung und Gewaltverbrechen hat eine aktuelle Studie aus Schweden hergestellt.

Während Menschen mit psychischen Störungen in den Medien und im Film oft als besonders gewaltbereit oder gefährlich („Psycho-Killer“) dargestellt werden, fanden Casey Crump und Mitarbeiter (Uni Stanford, USA) einen verblüffenden und bisher so noch nicht bekannten Aspekt psychischer Krankheit. Sie untersuchten alle Morde , die in Schweden in den Jahren 2001 bis 2008 begangen wurden.

Das überraschende Ergebnis: Psychisch Kranke hatten ein bis zu neunfach erhöhtes Risiko, zum Mordopfer zu werden!

Obwohl das Risiko für die Gruppe der Drogenabhängigen (9-fach erhöht) am höchsten war, fand sich auch für Frauen und Männer mit Angststörung und Depression (3-fach erhöht), Schizophrenie (5-fach erhöht) oder Persönlichkeitsstörung (7-fach erhöht) eine höhere Gefährdung, ermordet zu werden. Das erhöhte Risiko ließ sich auch nicht durch gleichzeitig vorhandenen Substanzmissbrauch erklären.

Als mögliche Einflussfaktoren diskutieren die Autoren die Tatsache, dass psychisch Kranke häufiger in „schlechten Gegenden“ mit höherer Kriminalitätsrate leben und generell nicht so sehr auf ihre Sicherheit bedacht sind wie Gesunde. Möglich sei auch, dass sie im Einzelfall zum Opfer werden, weil sie für unberechenbar oder gefährlich angesehen würden.

In jedem Fall eine sehr bemerkenswerte Arbeit, die eine deutliche Gefährdung für Menschen mit psychischen Störungen aufzeigt, die die ohnehin vorhandenen Nachteile durch die Krankheit noch in negativer Hinsicht ergänzt.

Peter Teuschel

2 Responses
  1. Hm… sehr arg…
    Ich kannte jemandem, der Depressionen und Angststörungen hatte… er war ein sehr liebevoller Mensch. Wurde sehr ausgenutzt von einem Nachbarn, finanziell… Der wollte immer Geld… Er konnte sich schwer abgrenzen… Aber irgendwann sagte er Nein. Daraufhin wurde er von diesem erstochen…
    Natürlich.. hatte er selbst kaum Geld, wohnte nicht in den Luxusvierteln… und die Umgebung war eben auch etwas…
    Wir waren alle völlig geschockt… noch dazu hat seine damalige Ex-Freundin über längere Zeit ihm geraten, er solle umziehen, und woanders wohnen.. Aber er bekam keine Unterstützung und hat das alleine wohl nicht auf die Reihe bekommen…

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