Liebe, Fisch und Kontostand

Die Hirnforschung macht immer spektakulärere Fortschritte.

Insbesondere die funktionelle Magnet-Resonanz-Tomographie (fMRT) bringt uns endlich die Antworten auf fast alle Fragen des Lebens.

So ist die Uni Erlangen-Nürnberg in ihrer „Romantic-Love-Studie“ dem Hirnareal auf der Spur, in dem sich „Liebe“ abspielt …

Perfect red heart vector isolated

© Jocky – Fotolia.com

… und die Kollegen aus Michigan haben den Ort des Trennungsschmerzes lokalisiert.

broken heart

© georgejmclittle – Fotolia.com

Okay, einige Spaßvögel haben ein Studiendesign aufgefahren, bei dem einem Lachs Bilder von Menschen in verschiedenen emotionalen Zuständen gezeigt wurden und gleichzeitig bei dem Tier ein fMRT durchgeführt wurde. Und siehe da, der Lachs zeigte eine Hirnaktivität bei fröhlichen Gesichtern. Die Interpretation dieses Ergebnisses wurde dadurch erschwert, dass der Lachs tot war.
Ällabätsch, sagten die Wissenschaftler, so was kommt raus, wenn ihr Hirnforscher eure Rohdaten nicht statistisch bereinigt.

UPDATE: (Leider existiert der link zur Originalarbeit nicht mehr. Hier gibts eine Übersicht, um was es bei der Kritik ging)

lachs

Hirnaktivität beim toten Lachs
Bild © Craig Bennett

 

Wir wollen uns aber von derlei Hirnforschungs-Defätismus nicht beeindrucken lassen.

Zumal jetzt in einer neuen Studie ein ganz bemerkenswerter Zusammenhang zwischen der Aktivität des rechten vorderen Stirnlappens und dem Kontostand der Versuchsperson hergestellt werden konnte. 15 Testpersonen betrachteten dabei Bilder von Geldstapeln und Goldklumpen. Je ausgeprägter bei diesem Anblick die Hirnaktivität im fMRT, um so besser war das Bankkonto der betreffenden Person gefüllt.

Ob durch gezielte Stimulation dieser Hirnareale eine Aufbesserung der pekuniären Gesamtsituation möglich ist, bleibt eine Frage für weitere Studien.

Mein Rat: Am Ball bleiben und den Enten-Kurier lesen:

Abstract der Studie © WaltDisney

Abstract der Studie
© WaltDisney

Peter Teuschel

 

 

 

6 Responses
  1. Aus dem Artikel: Ort des Trennungsschmerzes:
    Gefühlsverletzungen und körperlicher Schmerz erzeugen ähnliche Empfindungen, weil sie in denselben Hirnregionen verarbeitet werden.

    Was eigentlich jeder Mensch ohnehin „weiß“, bekommt in unserer Gesellschaft offenbar erst dann langsam Bedeutung, wenn man es im Hirnscan Farbe auf Farbe sehen und „beweisen“ kann..

    Wie schwer emotional verletzende Handlungen von Menschen sich einprägen – zB bei Mobbing.

    Fast unglaublich, dass eine Ohrfeige strafbar ist, mobben = systematisierte psychische Gewaltausübung gegen einzelne jedoch nicht….

    Hoffentlich wird sich das endlich bald ändern….!

    „Der Staat, der Mobbing in seinen Dienststellen und in der Privatwirtschaft zulässt oder nicht ausreichend sanktioniert, kann sein humanitäres Wertesystem nicht glaubwürdig an seine Bürger vermitteln und gibt damit dieses Wertesystem langfristig dem Verfall preis.“
    Dr. Peter Wickler (ehem. Vizepräsident LAG Thüringen)

  2. 15 Testpersonen? Ist das nicht ein bisschen wenig, um Rückschlüsse ziehen zu können?
    Da gefällt mir der tote Lachs besser. Sucht die Spaßvogeltruppe zufällig noch Leute? Ich hätte da noch ein paar Ideen…

    Als LTB-Freundin muss ich unbedingt den Entenkurier haben. Wo kann man den denn abonnieren?

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