Das Phallussymbol lebt!

Gute Nachricht für alle Tiefenpsychologen, Analytiker und Freudianer:

Das Urgestein der Psycho-Symbolik ist nicht tot. Die Darstellung des männlichen Phallus in Form länglicher, versteifter, in jedem Fall aber Dominanz signalisierender Objekte ist zwar in den letzten Jahren etwas in den Hintergrund getreten. Jetzt aber wurde ein besonders schönes Exemplar männlichen Erektionsstolzes gefunden:

Bild: dpa

Bild: dpa

Inmitten der bischöflichen Residenz zu Limburg präsentiert Franz-Peter Tebartz-van Elst den dreischaligen Phallusbrunnen mit aufsitzender (Friedens?)taube.

Make love, not war, heißt das.

Nicht neu, aber immer wieder aktuell.

Manche mag die Beheimatung des Phallusbrunnens am Bischofssitz überraschen. Andere nicht.

Limburg ist eben – nach Fertigstellung des Prachtbaus – jetzt auch arm aber sexy.

17 Responses
  1. Shiva Lingam – die Inspiration dazu hat er sich aus Indien geholt.
    Jetzt können in seinem Palast auch indische Rituale abgehalten werden – Võlkerverständigung. Om shanti !

  2. Ich bin allerdings ein wenig überrascht, dass die Spitze dieses … hm … Dings ein Vöglein ziert und nicht eine nette kleine TvE-Statue. So à la Augustus.

      • Vielleicht haben Sie es ja schon längst gesehen.
        Es ist DAS Bild von ihm!

        Heute zeigte die Bild Zeitung zwar keine Statue vom Bischof, aber ein Ölgemälde in Übergröße, welches er hat von sich anfertigen lassen.
        Er trägt sein Bischofsgewand in Gold und Rot und blickt lächelnd zum Betrachter herab. Oben links in der Ecke des Bildes sieht man sein bischöfliches Wappen (bescheiden klein). Das Bild prangt in seinen Amtsräumen, wo es ein Rahmen aus massiven Gold umfaßt.

  3. Armer Bischof. Lieber Peter, das ist ja Bischof-bashing! Morgen muss mal wieder ein anderes Thema her.
    Ich bin dennoch froh, dass der „Verein“ seit Januar von mir keine Beiträge mehr bekommt.

  4. Nehmen wir mal an, Bischof Tebartz van Elst käme zu Ihnen in die Praxis und würde Ihnen erzählen, er hätte eine Depression und Schlafstörungen, weil er gemobbt wird. Man würde ihn von seinem Arbeitsplatz vertreiben wollen, man würde Lügen über ihn erzählen, sich über ihn lustig machen. Und nicht nur das, nun würde sich auch im Internet über ihn spotten. Cybermobbin also… Er wäre sich aber keiner Schuld bewusst. Er wisse nicht, was der Grund für das Mobbing sei. Er habe sich immer fürsorglich um die Mitglieder seiner Gemeinde bemüht. Er sei beliebt gewesen, bis vor wenigen Wochen. Vermutlich sei Neid im Spiel. Neid auf seine berufliche Karriere. Neid darauf, dass er in so jungen Jahren eine solch hohe Position erreicht habe…

    Nehmen wir weiter an, Sie wüssten nichts über das, was tatsächlich vorgefallen ist. Wie würden Sie reagieren?

    • Ich würde ihn behandeln, denn Depression und Schlafstörungen sind meist behandlungsbedürftig.
      Allerdings kann ich nicht so weit abstrahieren, dass ich mir vorstelle, nichts über die Hintergründe zu wissen.
      Mit den ganzen Infos würde seine Haltung, er sei Mobbing-Opfer, als reine Schutzbehauptung dastehen. Er steht nämlich öffentlich am Pranger, weil er seine Machtposition, die ihn relativ unangreifbar macht, missbraucht.
      Die Reaktion der Internet-Gemeinde im Sinne eines Shitstorms sollte man nicht mit Cybermobbing bezeichnen. Das wäre für alle echten Mobbing-Opfer ein Hohn.
      Diese kommen nämlich mit Selbstzweifeln, mit Grübeln über das, was sie vermeintlich falsch gemacht haben. All das, was TvE nicht tut.
      Wir sollten den Begriff „(Cyber)Mobbing“ nicht für Fälle wie Tebartz van Elst verwenden.
      Das würde den Begriff killen. Denn dann könnten sich Leute wie z.B. Berlusconi bei massiver öffentlicher Kritik auch als Mobbing-Opfer bezeichnen.

      • Schade, dass Sie meine Frage nicht wirklich beantworten. Klar wäre das, was ich oben geschrieben habe, eine Schutzbehauptung. Woher aber wissen Sie, ob Ihre Patienten Ihnen in jedem Falle die Wahrheit erzählen? Ob da nicht in manchen Fällen auch Schutzbehauptungen herhalten müssen, um die eigenen Fehler zu kaschieren? Wie kann man ein echtes Mobbingopfer von jemandem unterscheiden, der sich asozial verhalten hat und nun von allen Seiten angegriffen wird? Woher wissen Sie, ob diese Mobbingaktionen tatsächlich in dieser Weise stattgefunden haben?

        Tebartz van Elst meint, dass er zu unrecht am Pranger steht. So hat er sich ja mehrfach geäußert. Und er wird sich jetzt vermutlich als Mobbingopfer fühlen, da er ja meint, dass er unschuldig ist. Nur hat er das Pech, dass alle Welt weiß, was er getan hat.

        Zu dem Thema noch eine interessante Begebenheit, geschildert im Blog einer angehenden Sterbebegleiterin. http://leihmirdeinohr.wordpress.com/2013/10/14/kurseinheit-11-bennos-zorn/

        In diesem Blogeintrag geht es um Benno, der glaubt, dass er wegen seiner Transsexualität diskriminiert wird. Alina, die Blogschreiberin, tut das Richtige – sie fragt bei der Gegenseite nach, um sich ein Bild von der Gesamtsituation zu machen. Ich denke, diese Vorgehen wäre in allen Fällen das Richtige. Bezogen auf das Mobbing sollte man auch die Gegenseite, die Mobber, befragen. Sich nur auf die Aussagen der Opfer zu verlassen halte ich für problematisch.

        Über Ihren Artikel über den „Phallusbrunnen“ habe ich mich im übrigen köstlich amüsiert. Das trifft genau mein Humorzentrum. Und ja, ich glaube auch, dass Tebartz van Elst es verdient hat, dass man sich jetzt über ihn lustig macht. Aber daran können Sie auch sehen, wie erleichternd es ist, wenn man sich über jemanden, über den man sich ärgert, lustig macht. Denn ich gehe mal davon aus, dass auch Sie viel Spaß beim Schreiben des Artikels hatten. 😉

        • Diese sehr spannende Thematik sprengt die Antwortsparte.

          Ich werde die nächsten Tage einen extra Artikel zu dieser Problematik schreiben, die mich seit langem umtreibt.

          Das Thema wird auch die Artikelsparte sprengen.

          Vor einiger Zeit hatte ich vor, einen Beitrag für eine Fachzeitschrift zu diesem Thema zu verfassen. Aber ich kam bei meinen Überlegungen zu dem Schluss, dass das Thema die Beitrag-in-Fachzeitschrift-Sparte sprengen würde.

          Man sollte ein Buch darüber schreiben. „Wie erkenne ich die Wahrheit“ oder so.

          Sie sehen, dass dieses Thema locker auch die Buch-Sparte zu sprengen imstande ist.

          Also haben Sie vollkommen Recht, dass hier ein Statement Sinn macht. Es wird und muss ein ärztliches Statement werden, kein juristisches und kein philosophisches. Ich hoffe, dass ich die nächsten Tage dazu komme.

          • Ja, ein solcher Beitrag würde mich sehr interessieren. Denn Mobbing ist im Moment ein Modebegriff, auf den sehr viele Trittbrettfahrer aufspringen. Ein Schlag ins Gesicht für alle echten Mobbingopfer. Aber auch für all diejenigen, die zu Unrecht des Mobbings bezichtigt werden. Daher halte ich die Frage nach der Wahrheit für sehr wichtig.

        • Bei ihren Worten:
          Bezogen auf das Mobbing sollte man auch die Gegenseite, die Mobber, befragen. Sich nur auf die Aussagen der Opfer zu verlassen halte ich für problematisch.

          dreht sich mir der Magen um…

          Ganz grundsätzlich ist zu sagen, dass Menschen gemeinhin nicht zum Psychiater gehen, um dort Geschichten zu erfinden, oder falsch darzustellen, um Antidepressiva zu erheischen, oder Mitleid per Krankenschein zu bekommen (oder durch Bezahlung).

          Es ist eines der unglaublichsten Vorurteile, das sich offenbar in allen Köpfen hartnäckig hält, dass alles, was mit Mobbing zu tun hat, schon mal von vorne herein „unglaubwürdig“ ist, oder Mobbingopfer „nur so empfinden“ würden, oder oder…

          Ich frage Sie:
          Wenn Sie ein Arzt sind, und eine Frau kommt zu ihnen, die schwer misshandelt wird (psychisch oder körperlich), rufen sie da auch den Mann an und fragen: „Ja, Herr Täter, stimmt denn das alles, was Ihre Frau da so erzählt?“

          Und – würden Sie dies tun (abgesehen von der ärztl. Schweigepflicht), was glauben sie, was Ihnen dieser antwortet?
          Oh ja, ganz sicherlich wahrheitsgemäß: „Ja, ich schlage meine Frau regelmäßig, aber so, dass man es am Körper nicht sieht, da kenn ich mich aus. Sie hat das verdient, und das ist mein Recht, wenn sie nicht spurt.“

          Nein, ich kann Ihnen sagen, was der sagt, nämlich dass das alles erstunken und erlogen ist, dass eine Frau schwere psych. Probleme hat, und er sich SO BEMÜHT, ihr zu helfen, dass sie leicht paranoid ist, und er diese falschen Anschuldigungen schon kennt, er hat gelernt, damit umzugehen.

          Ah – dann ist der Arzt beruhigt – denn es stimmt ja alles nicht, die Frau bildet sich das nur ein und übertreibt.

          _________________________________________________

          Und wenn Sie einen Mobber oder „die Gegenseite“ fragen, dann seien Sie sicher, dass Sie hören werden: „Mein Gott, so schlimm steht es um ihre Pat.? Das ist ja furchbar. Wir geben uns alle Mühe, sie zu stützen und zu fördern, aber NICHTS hilft. Im Gegenteil, SIE ist uns gegenüber abweisend und aggressiv. Oft wissen wir schon gar nicht mehr, was wir tun können.

          UND:
          NIE – und da können Sie alle möglichen Menschen fragen, die mit Gewalttätern zu tun haben, NIE gegen diese Menschen
          a) Mobbing
          b) Stalking
          c) Vergewaltigung
          etc. zu.
          Sobald der Vorwurf kommt oder die Wahrheit ans Licht kommt, wird mit aller durchtriebenen Vorgangweise das OPFER diskriminiert, abgeurteilt, verleumdet etc…

          Ja, und deshalb dreht es mir bei Ihren Worten:

          Bezogen auf das Mobbing sollte man auch die Gegenseite, die Mobber, befragen. Sich nur auf die Aussagen der Opfer zu verlassen halte ich für problematisch.

          WAHRLICH DEN MAGEN UM.

  5. Sehr guter Einwand von Marmotta! Freilich wäre das Wort Mobbing für solche Fälle missbraucht, das wissen wir, aber ich bin mir nicht sicher, ob der Bischof oder auch der wahnsinnige Italiener das nicht anders sehen. Die leben auf ihren Elfenbeintürmen und sind vollkommen weltfremd. Die sehen sich womöglich tatsächlich als Opfer. Und sich dann, ohne Hintergrundinformationen, nur aus individuellen Erzählungen, ein Bild zu machen, könnte schon schwierig sein. Ein perfides Spiel ist das, wenn Täter sich zu Opfern machen, ein perfides Spiel mit leider langer Tradition.

  6. Interview mit FBT Phallus

    Die Eva:Wie identifizieren Sie sich über Ihre Person hinaus?
    FBT:Wenn die Glocken läuten bin Ich ganz gerührt.
    Die Eva:“Warum“?
    FBT:“Was soll ich sagen wenn es kommt dann,kommt es eben raus.“
    Die Eva:“:Nennt man das Öffentlichkeitsarbeit“?
    FBT:“Ja jeder sollte davon profitieren,auch Frauen ,Kinder und Behinderte.“
    Die Eva:“Haben sie auch eine weiche Seite?“
    FBT:“Bei mir staut sich vieles an,irgendwo muß man sich dann ausleben,
    es ist wie Zoo man hat die Wahl der Qual,
    und da liegt soviel drin“!
    Die Eva:“Kommt daher der Ausdruck:“Der liebe Gott hat einen großen Tiergarten“!
    FBT:“Ja,Sie legen mir das Wort in den Mund“.
    Die Eva :“Dein Wort in Gottes Ohr“…….

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