Studie: Cyber-Mobbing? Halb so wild!

RyanHalligan

Ryan Patrick Halligan, 14 Jahre, †

megan_meier

Megan Meier, 13 Jahre, †

tyler clementi

Tyler Clementi, 18 Jahre, †

allem halkic

Allem Halkic, 17 Jahre, †

phoebe prince

Phoebe Prince, 15 Jahre, †

alex wildman

Alex Wildman, 14 Jahre, †

justin chloe lacey

Justin „Chloe“ Lacey, 18 Jahre, †

Raymond Chase

Raymond Chase, 19 Jahre, †

Cody Barker

Cody Barker, 17 Jahre, †

jamey rodemeyer

Jamey Rodemeyer, 14 Jahre, †

seniz erkan

Seniz Erkan, 14 Jahre, †

Ciara Pugsley

Ciara Pugsley, 15 Jahre, †

Jessica Logan

Jessica Logan, 18 Jahre, †

jessica laney

Jessica Laney. 16 Jahre, †

dannii sanders

Dannii Sanders, 14 Jahre, †

Rehtaeh Parsons

Rehtaeh Parsons, 17 Jahre, †

joel

Joel H., 13 Jahre, †

Grace McComas

Grace McComas, 15 Jahre, †

 

Ich hätte doppelt und dreifach so viele aufzählen können.
Alle diese Jugendlichen starben in den vergangenen Jahren durch Suizid.
Hintergrund war in allen Fällen Cyber-Mobbing.

 

Nach einer aktuellen Untersuchung aus der Schweiz (Sticca et al. 2013) sei Cyber-Mobbing ein überschätztes Phänomen.
Eine spezielle Prävention gegen das Mobbing in virtuellen Räumen sei nicht notwendig.

Peter Teuschel

14 Responses
  1. Ich habe Ihren Link auf Report Psychologie gelesen. Sie haben da mehr Erfahrung, aber ich verstehe den Bericht auch so, das Cybermobbing kein eigenständiges mobben ist, sondern da wird das Internet zum Tatwerkzeug. Aber das macht es in keinem Fall harmloser.
    Bei den verschiedenen Berichten über die Jugendlichen, die sich nach Cybermobbing das Leben nahmen, fiel mir oft auf, das der Reporter von Bildern sprach, die im Netz aufgetaucht seinen. Hierbei finde ich es besonders schlimm, das es uns technisch noch nicht möglich ist eine zuverlässige Bilderkennung zu schalten. Bei Wörtern geht das bereits seit vielen Jahren. Da erkennt z.B. Google eine Buchstabenzusammenstellung und gleicht diese Zusammenstellung mit einem hinterlegten Index ab. Bei Bildern jedoch braucht es immer noch den verstehenden Menschen der solche Bilder ansieht und erst einmal finden muss. Es gibt keine verlässlichen Suchkreterien für Bilder, also z.B. gewaltverherrlichende Bilder sind immer etwas grünlich, so daß diese Bilder im Netz erkannt werden könnten. Das erschwert den Schutz dieser Jugendlichen sehr, wie ich meine.

    Gerade gestern habe ich in der Zeitung von einer weiteren 15-jährigen aus Sacramento gelesen, die sich das Leben nahm, nachdem Fotos von ihrer Vergewaltigung von den Tätern ins Netz gestellt worden waren. Das macht mich dann schon sprachlos.

  2. „Es zeigte sich, dass Cyber-Mobbing etwa dreimal weniger häufig ist als Mobbing in der realen Welt. Im Cyberspace wurden zudem häufig diejenigen Jugendlichen als „Mobber“ auffällig, die ohnehin zu aggressivem und antisozialem Verhalten neigten.“

    Die Logik bzw. der Zusammenhang zwischen beiden Sätzen erschließt sich mir nicht.

    „Auch in diesem Punkt zeigte sich, dass Cyber-Mobbing sich bezüglich der wahrgenommenen negativen Auswirkungen nicht vom traditionellen Mobbing unterschied. Für die Jugendlichen rangierte zwar das anonyme und öffentliche Mobbing in der digitalen Sphäre als schlimmstes Szenario, doch als fast genauso schlimm wurde das herkömmliche Mobbing empfunden, wenn es ebenso öffentlich und anonym erfolgt.“

    Was doch aber im Umkehrschluss bedeutet, dass Cyber-Mobbing die weitaus gefährlichere Variante ist, weil im Gegensatz zum „herkömmlichen Mobbing“ nicht nur der Schulhof/ die Klasse, sondern potenziell die ganze Welt Zeuge ist. Und weil das Internet nicht vergisst.

    „Aufgrund ihrer Ergebnisse gehen die Forscher davon aus, dass keine spezielle Prävention gegen Cyber-Mobbing nötig sei: Eine klassische Antimobbingprävention, die Sozialkompetenzen und moralische Werte vermittle, greife auch in der digitalen Sphäre.“

    Ich war zu faul, die beiden Sticca-Texte zu lesen, aber das jetzt widerspricht doch dem Ergebnis, dass Cyber-Mobbing als schlimmer empfunden wird. Dann müsste man ja erst recht präventiv arbeiten, mit einer Spezalisierung auf Cyber-Mobbing.

    Kann man Cyber- und „herkömmliches“ Mobbing eigentlich trennen? Ich habe bis dato erst einen Mobbingfall erlebt. Und bei dem wurde das zunächst im Klassenzimmer ausgeübte Mobben nach und nach zuerst aufs Handy (SMS wie „Bring dich bitte um“ usw.) und dann auf soziale Medien verlagert.

  3. Amanda hat ja traurige Berühmtheit erlangt…
    http://www.heute.at/news/multimedia/art23657,809433

    http://www.focus.de/schule/gesundheit/dokumentarfilm-harte-schule-mobbing-treibt-schueler-in-den-suizid_aid_918670.html

    IN MEMORIAM:
    18-jähriger Junge aus Niedersachsen
    13-jährig, Joel H. aus Österreich – Klagenfurt
    http://www.focus.de/schule/schule/psychologie/psychoterror/tid-27712/tatort-internet-facebook-veraendert-die-qualitaet-des-mobbings_aid_839182.html

    http://www.shortnews.de/id/876788/klagenfurt-junge-begeht-nach-facebook-mobbing-selbstmord

    15-jähriges Mädchen, Holland
    http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/holland-mobbing-15-jaehrige-wirft-sich-vor-zug-27f9b-51ca-16-1358511.html

    14-jähriger Junge, Deutschland
    http://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2012/02/16/14-jahriger-schuler-am-oh-gymnasium-springe-nimmt-sich-nach-mobbing-das-leben/

    Aber auch Erwachsene bringt Mobbing um:
    http://www.netz-bge.org/feed_entries/1469
    http://netz-bge.org/feed_entries/1479

    DOKU-FILM Harte Schule
    http://www.focus.de/schule/gesundheit/dokumentarfilm-harte-schule-mobbing-treibt-schueler-in-den-suizid_aid_918670.html

    Und wenn ich mir jetzt vorstelle, dass der Landesschulrat Steiermark mit KEINEM WORT Mobbing und -präventionshilfe für LehrerInnen erwähnt hat… kommt einem das Grauen.
    Negieren pur – sogar bei der gesetzlichen Vertretung zualleroberst!
    Ich habe dem Herrn Landesschulrat geschrieben, und mal nachgefragt. Ich bekam erst nach dem 2. Schreiben (!) eine Antwort in Kopie an jemand anderen…. Hat den Kontakt zu unserer Gruppe abgelehnt und die Anfrage ignoriert, hat sich offenbar auf den Schlips getreten gefühlt 😉
    Ich hab daraufhin einen etwas größeren Verteiler in meine Antwort genommen….
    Und siehe da:

    Seit kurzem gibts auf der Landesschulratsseite Steiermark MOBBING und Hilfen!!
    http://www.lsr-stmk.gv.at/cms/beitrag/10096739/395458/

    Manchmal sind Anregungen sogar fruchtbar – auch wenn sie nicht erwünscht waren ;-)!!

    Es ist schön, wenn kleine Dinge etwas bewirken…
    LG
    Eva

  4. Ich glaube die Studie hat recht.
    Was sagt die Studie denn?

    a) Cybermobbing ist nur ein Unterpunkt von Mobbing.

    Die eigentliche Frage die sich unsere Gesellschaft stellen muss ist: Warum wird gemobbt?
    Cybermobbing ist nur das technische Mittel, früher machte man es halt über Telefonterror.

    b) (Cyber)Mobbing wird überschätzt.
    Das stellt sich natürlich die Frage im Vergleich zu was.
    Da hier schon die Todesfälle von Cybermobbing angesprochen wurden können wir hier mal mit den anderen Todesarten von Jugendlichen in der ersten Welt vergleichen.
    Beispielhaft nehme ich jetzt mal die Magersucht.
    In Deutschland allein 2010 82 Tote
    Cybermobbing in Deutschland bisher <5 Tote (Genaue Zahl hab ich trotz unzähliger Berichte nicht gefunden).
    Google News Suche für
    Magersucht 3610 Treffer
    Cybermobbing 4560 Treffer
    Cybermobbing ist im Vergleich zur Magersucht in der Presse also deutlich Überbewertet.
    Einen Vergleich zu Schulwegunfällen würde noch erheblich deutlicher ausfallen.
    Magersucht fand ich deshalb schön als Vergleich da beides mit einer Störung der Selbstwahrnehmung zu tun hat und man von außen das Gefühl hat das muss doch jemand gemerkt haben, warum hat niemand was gemacht.

    Die Studie macht meiner Meinung nicht die Aussage man muss sich um (Cyber)Mobbing nicht kümmern

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