Sixpack

Manche Meldungen geben zu wenig her für einen ganzen Artikel, sind aber viel zu schade, um unbeachtet zu bleiben.

Solche schrägen Pretiosen schnüre ich zu einem Sixpack. Das erste folgt hier:

1) Wohin mit Herbert?

Die Mittelschule in Bautzen hat ein Problem: Vor Jahren hat sie Herbert, ein Skelett, für dem Biologie-Unterricht angeschafft. Jetzt finden manche das echte menschliche Gerippe irgendwie gruselig. Also sollte Herbert verkauft werden. Geht aber nicht! Warum? Weil der Handel mit menschlichen Überresten nach dem Organhandel-Gesetz verboten ist!

Was also tun?

Ein Plan war, Herbert zu bestatten. Aber da müsste man wissen, wer er war. Geht also auch nicht.

Mittlerweile hat die Schule eine Lösung gefunden. Verschenken ist nicht verboten.

Wo Herbert jetzt steckt und wer der solchermaßen reich Beschenkte ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

2) Fettes Karma

Zur Aufbesserung des eigenen Karmas (eine Art buddhistischer Ablasshandel wie mir scheint) spenden Gläubige in Thailand den allmorgendlich antretenden Bettelmönchen diverse Speisen. Nach dem Motto „viel hilft viel“ glauben einige, ihr Karma mästen zu können, indem sie die Mönche mit Hochkalorischem bedenken.

Dies rief jetzt die Behörde für Gesundheitsförderung auf den Plan.

Sie apellierte dringend an die Bevölkerung, gesünderes und nicht so kalorienreiches Essen in die Opferschalen zu geben. Grund: Thailands Mönche verfetten! Fast die Hälfte ist zu dick, mehr als ein Drittel leidet an Diabetes oder Bluthochdruck.

Was die Mönche selbst von der amtlich empfohlenen Reduktionskost halten, ist nicht überliefert.

3) 130 000 x 100+

Über was nicht alles Studien gemacht werden.

Was meinen Sie, wieviel Prozent der Hundertjährigen, die in eine Klinik eingeliefert werden, verlassen diese wieder lebend?

Ja, das wurde wirklich untersucht und es hat zu einem erstaunlichen Ergebnis geführt.
Eine US-amerikanische Untersuchung analysierte die Daten von 130000 (!) Patienten, die im Alter von 100+ stationär aufgenommen wurden.

Erstaunliche 89% wurden wieder nach Hause entlassen, lediglich 11% verstarben in der Klinik.

Ob dabei auch ein Hundertjähriger war, der aus dem Fenster stieg und verschwand, wurde nicht erwähnt.

4) Endspiel

Sondereinsatz für die Lörracher Polizei! Aus einer Wohnung dringen wütende Schreie: „Du kommst hier nicht raus!!!“

Beunruhigte Nachbarn alarmieren die Einsatzkräfte. Entführung? Geiselnahme? Familiendrama?

Des Rätsels Lösung werden viele nicht nachvollziehen können. Manche Menschen sind chronisch verkannt und nur ebenfalls zu dieser Gruppe Gehörige nicken verständig und weise. Auch ich kann es gut nachvollziehen, was sich hinter verschlossenen Türen einer Lörracher Wohnung abspielte:

Ein Online-Schachspiel!

Begeisterung und Leidenschaft brachen sich ungehemmt Bahn, als ein 60jähriger Schach-Enthusiast seinen Gegner am PC kurz vor dem Matt hatte.

Begeisterung auf Schalke? Fangesänge in Dortmund? Bengalos in München?

Schachmatt in Lörrach!

5) Frankenstein war Schotte

Bei der Untersuchung 3000 Jahre alter Skelette, die in fetaler Position beerdigt in Gräbern unter Cladh Hallan, einer prähistorischen Stadt in Schottland, gefunden wurden, stießen die Forscher auf Ungereimtheiten. So schienen einige Knochen nicht so ganz zum Rest des Skeletts zu passen.
DNA-Bestimmungen enthüllten eine wirklich schräge Geschichte: Manche der Skelette bestanden aus sechs verschiedenen Individuen!

Die Wissenschaftler sahen sich mit einem Knochen-Puzzle konfrontiert, für das es bis heute keine wirklich schlüssige Erklärung gibt. In Frankenstein´scher Manier wurden hier Überreste mehrerer Personen so arrangiert, dass das Bild eines einzigen Menschen entstand.

Aber warum?

Eine Theorie besagt, dass nicht das Individuum hier bestattet werden sollte, sondern der Fokus auf etwas anderem lag: Der einzelne ist nichts, der Stamm ist alles?

Mir als altem Romantiker gefällt diese Erklärung besser:

6) Stoned Chicken

Und noch ein Polizeieinsatz:

Drogenfahnder haben in Unterfranken drei Tage lang ein Sonnenblumenfeld nahe Aschaffenburg observiert.

Auf diesem Feld wuchsen mehr als 1000 Cannabispflanzen.

Drogenzentrum Franken? Das Kolumbien Bayerns? Eine Initiative der Piratenpartei?

Nein, des Rätsels Lösung ist so frappierend wie rührend:

Ein 74jähriger Landwirt wollte Sonnenblumen auf seinem Acker anbauen und weil er keinen geeigneten Samen hatte, säte er Vogelfutter.

Unter den Sonneblumenkernen waren aber nicht zu knapp Hanfsamen, und so kam es zum Massenanbau von Cannabis.

Unter dem strengen Auge des Gesetzes wurde das Feld umgepflügt.

Das restliche Vogelfutter mit all dem Hanf bekamen die Hühner des Landwirts:

crazy chicken: amazon.de

Peter Teuschel

Bildquelle sixpack: © muthmedia – Fotolia.com

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