Psycho München 9: Der Chancenfriedhof des TSV 1860 München

Was viele jetzt nicht wissen werden: Es gibt in München noch einen anderen Fußballverein.

Eigentlich gibt es deren ja viele, aber für viele gibt es doch nur einen: Den FC Bayern.

Aber über den will ich heute nichts schreiben. Sondern über den anderen.

Er heißt TSV 1860 München und spielt am kommenden Dienstag, den 2.6.2015, das zweite Relegationsspiel gegen Holstein Kiel. Es geht um den Verbleib in der zweiten Bundesliga respektive den Abstieg in die dritte. Für viele Sympathisanten der Sechziger waren die letzten Jahre eine einzige Leidenszeit. Manche meiner Patienten, die sich unter dem Siegel der Schweigepflicht in der Praxis als echte Fans der „Blauen“ outeten, zogen gar Vergleiche zwischen dem Management von 1860 und dem des HSV. Man sieht, wie tief der Münchner Traditionsverein (immerhin wurde der TSV 1860 München 40 Jahre vor dem FC Bayern gegründet) gesunken ist.

Nun ist München ja bekanntermaßen Europas Kunsthauptstadt und so findet sich hier auch ein Aktionskünstler, der die Seelenlandschaft der Sechziger kongenial umsetzt.
Speziell für die beiden Relegationsspiele entstand das folgende Werk:

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Wir sehen weiße und blaue Löwen: Die Vereinsfarben und das Maskottchen der Sechziger, das den Spielern den Beinamen „die Löwen“ eingebracht hat. Analog zum Bild des „Chancentodes“ in Form eines Soldatenfriedhofs angeordnet, symbolisieren die blauen Löwen die während der letzten Saison vergebenen Chancen der Spieler auf dem Rasen, die weißen stehen für Fehlentscheidungen der Verantwortlichen am Spielfeldrand und im Präsidium. Die Installation lädt ein zur inneren Einkehr, zur Trauer und zur Neubesinnung auf die wirklich guten Fußballvereine wichtigen Dinge des Lebens.

Nach dem zweiten Relegationsspiel wird hier ein Konzert aufgeführt. Ich konnte einen Blick auf das Programm werfen:

Peter Teuschel

P.S. Wer seine Zweifel am Soldatenfriedhof der vergebenen Chancen und Fehlentscheidungen hat, findet sich hier bestätigt.

 

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One Response
  1. osterhasebiene langnase Antworten

    Was soll man dazu sagen: Lieber Herr Teuschel, Sie haben außerordentlich viel Fantasie! Die Idee gefällt mir aber. Könnte man auch auf andere Dinge übertragen.

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