Haudrauf der Woche: Ludwig Schick (Katholische Kirche)

Vor einigen Tagen ist in Islamabad in Pakistan ein junges Mädchen festgenommen worden. Sein Alter wird mit „10 bis 13 Jahre“ angegeben, sein Name mit Rimsha. Angeblich leidet sie an einem Down-Syndrom.
In einer Meldung ist zu lesen, sie sei dabei beobachtet worden, in einer Plastiktüte Seiten aus dem Koran mit sich herumgetragen zu haben, anderen Meldungen zufolge habe sie diese Seiten verbrannt.  Das Mädchen ist christlichen Glaubens. Nach Pressemeldungen könnte sie für ihre Handlung zum Tode verurteilt werden.

Das Blasphemie-Gesetz Pakistans verbietet die Beleidigung jeder Religion. Bei Schändung des Korans droht eine lebenslange Haft, bei Beleidigung des Namens des Propheten Mohammed die Todesstrafe.

„Wer die Seele der Gläubigen mit Spott und Hohn verletzt, der muss in die Schranken gewiesen und gegebenenfalls auch bestraft werden.“

Dies ist kein Zitat aus dem pakistanischen Gesetz, sondern eine Forderung des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick nach einem härteren Vorgehen gegen Blasphemie. „Heilige Personen, heilige Schriften, Gottesdienste und Gebete sowie heilige Gegenstände und Geräte aller Religionen“ müssten durch ein Gesetz vor Verunglimpfung geschützt werden.

Unser Strafgesetzbuch kennt den Paragraphen 166, der eine Beschimpfung von religiösen und weltanschaulichen Glaubenssätzen verbietet, wenn dadurch der öffentliche Friede gefährdet wird.

Das aber scheint dem Bischof nicht zu genügen, ihm scheint es weniger um den öffentlichen Frieden zu gehen als um die Durchsetzung eines Verbotes kritischer oder satirischer Äußerungen gegen die Kirche.

Politisch hat es einige Gegenstimmen gegeben, allerdings auch Befürworter. So wird Thomas Goppel (CSU) zitiert: „Wer nicht so zu seinem Anstand findet, der braucht ein Gesetz.“

Und gleich noch ein Zitat hinterher:

„Jedes Fundament ist gut, wenn das Gebäude sich bewährt“

Dem christlichen Fundament scheint mir zu misstrauen, wer seine Kirche mit juristischem Stacheldraht einzäunen will.

Das letzte Zitat stammt übrigens von dem Astronomen und Philosophen Giordano Bruno, der im Jahre 1600 als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.

Giordano Bruno

Für seinen Vorschlag zur strafrechtlichen Ahndung kirchenkritischer Äußerungen erhält Ludwig Schick von mir den „Haudrauf der Woche“.

Peter Teuschel

 

 

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