Haudrauf der Woche: Andreas Köhler (KBV)

HdW

Naja, eigentlich war für den dieswöchentlichen Haudrauf ja der Weltuntergang vorgesehen. Der hätte sogar das Zeug zum Haudrauf des Jahres (wenn nicht aller Zeiten) gehabt.

Aber der Weltuntergang hat uns ja allen Medienexzessen zum Trotz im Stich gelassen. Die Welt existiert weiter und so wird auch diese Woche wieder nur ganz banal ein Zeitgenosse gekürt, der sich durch verbale Keulenschläge hervorgetan hat.

Aus ärztlicher Sicht hätte der heutige Preisträger schon seit langem eine derartige „Ehrung“ verdient, genießt er doch in Fachkreisen einen eher zweifelhaften Ruf.

Die Rede ist vom Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Andreas Köhler.

Hier seine Vita (übernommen aus Arztwiki):

1981 – 1987 Studium der Humanmedizin über die Bundeswehr als Sanitätsoffizier

1987 – 1989 Chirurgische Weiterbildung bei der Bundeswehr, damit kein Facharztabschluß

1989 – 1994 Studium der Betriebswirtschaft

1993 – 1994 Geschäftsführer einer Klinik/eines Hotels

1995 – 1997 Tätigkeit als Referent bei der KBV

1998 Referent für Grundsatzfragen der KV Südwürttemberg für 6 Monate

06.1998 – 2002 Leiter des Dezernates „Gebührenordnung und Vergütung“ der KBV

1999 – 2003 Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der KBV

2004 Hauptgeschäftsführer der KBV

seit 01.2005 Vorstandsvorsitzender der KBV

Andreas Köhler hat bereits im März 2011 schon einmal so richtig „draufghaut“. Nach seiner Wiederwahl zum Vorsitzenden erhöhte er sein Jahresgehalt von 260000 auf 350000 Euro, also um satte 90000 Euro!

Hätte ich damals schon über Schräglagen gebloggt, wäre das sein erster „Haudrauf der Woche“ gewesen.

Das schöne viele Geld musste er aber nach Intervention des Bundesgesundheitsministers Daniel Bahr wieder hergeben: Ende März 2012 entschloss sich Köhler unter massivem Druck des Bundesgesundheitsministeriums, auf diese Gehaltsaufbesserung zu verzichten.

Ja, und dann war ja jetzt die Weihnachtsfeier der KBV. Solche Anlässe sind ja immer sehr geeignet, um Humoriges zum Besten zu geben. Der Köhlersche Humor klingt so:

„Alle sind sich einig, dass sich nur ein einziger roter Faden durch die Geschichte Europas zieht: die Vorliebe der Bewohner für kleine, selbstständige Nationen; die Vorliebe ihrer Politiker, diese zu einigen.
Julius Cäsar, Karl der Große, Napoleon, Adolf Hitler, Angela Merkel – die Liste der Staatsleute, die versuchten, Europa zu einigen, ist sehr lang. Und stets scheiterten die Bemühungen an folgendem: Niemand kann sich vorstellen, zusammen in ein und demselben Haus Europa zu wohnen.“

Natürlich erntete Köhler für seine historischen Ausführungen entsprechende Kritik. Angela Merkel mit Adolf Hitler zu vergleichen sei nicht so ganz das Wahre, lautete der Tenor der Stellungnahmen von Parteien und Presse.

Andreas Köhler selbst fühlt sich missverstanden. Es sei „ironisch gemeint“ gewesen, außerdem sei das alles aus dem Zusammenhang gerissen wiedergegeben worden.

[Was mich persönlich dabei auch noch gehörig nervt: In fast allen Berichterstattungen wird Köhler als „oberster Ärztechef“, Anführer der „Ärztelobby“ und ähnliches mehr zitiert. Dabei ist Köhler Vorsitzender einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Und die ist dazu da, Arbeitsbedingungen für niedergelassene Ärzte festzulegen und auf deren Einhaltung zu achten. Ein reiner Funktionärsposten also. Mit einer Interessenvertretung im eigentlichen Sinn hat das nicht viel zu tun. Beliebt ist Köhler deshalb bei den Ärzten auch nicht wirklich.]

Für seine historischen Kurzschlüsse unterm Weihnachtsbaum erhält Andreas Köhler von mir den „Haudrauf der Woche„.

Peter Teuschel

 

 

6 Responses
  1. Meine Güte…..!!!!!!!!!!!!!!!!
    Oh mein Gott, was findet sich alles….. auf dieser Welt… Wieder mal bleibe ich fassungslos und kopfschüttelnd zurück, was in Köpfen andere Menschen und aus Mündern derselben kommt…
    Und auch verzweifelt bleibe ich zurück… Denn wenn solche Menschen MACHT haben… fragt man sich wirklich, wer diese „bestellt“ hat… Und was sie schon für Unrecht verbrochen haben…
    Beste Grüße aus Graz
    Eva

  2. KÖHLERS MOTEL

    Übersetzung: EVASORGINALTON

    Nachdem mir die chirugische HUMANMEDIZIN,die ich mit eigenen Händen versucht habe
    anzupacken(Ist doch WEINACHTEN),
    in den ROTEN FADEN geschlidert ist,
    hab ich erst mal aus eigener Hand und dem goldenen Löffel im Mäulchen mein Klinikmotel
    aus dem Boden gestampft,
    Die Sahne hat gefehlt!
    Da der Humanlöffel etwas leerer wurde,und ich nicht mehr satt ,war mir klar,
    nach dem KBV geht die Welt ohne mich Unter.
    Nach mir die Sinnflut.
    Mein neues“Geschäftsmotel trägt den Namen „AUSEUROPA“!
    Welcome bei:“Keiner kommt rein,keiner raus.“

  3. Jetzt hab ich doch bei Weihnachten das human vergessen,
    bin von Kopf bis Fuß auf „AUSEUROPA“eingestellt,
    denn das ist „MEINE WELT“,
    und sonst garnischt!

  4. Und ich warte schon soooooooooooooo auf den nächsten Haudrauf der Woche *g*… Sooo eine laaaaange Woche … ;-))).

  5. 😉 man wird doch wohl noch einsam sein dürfen.. und auf besondere blog-nachrichten warten dürfen.. dr. teuschel ist einfach ein sehr spezieller mensch für mich, und ich liebe seine beiträge…

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