Die Katze als Suizid-Risiko

Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist nach einer neuen Studie aus Dänemark gar nicht so weit hergeholt.

Genau gesagt handelt es sich um den Zusammenhang zwischen einer Infektion mit dem Parasiten Toxoplasma gondii und einem gesteigerten Suizidrisiko.

Der Parasit befällt Katzen, die für ihn der so genannte Hauptwirt sind. Die über den Darm ausgeschiedenen Eier von T. gondii werden dann von einem Zwischenwirt aufgenommen. Zwischenwirte können alle möglichen Säugetiere sein, oder eben auch der Mensch.
Die Aufnahme der Eier erfolgt über Kontakt mit dem Katzenkot (nicht ausreichend gereinigte Hände) oder über Genuß von nicht durchgebratenem Fleisch (insbesondere von Schweine- und Schaffleisch von ebenfalls als Zwischenwirt infizierten Tieren). Möglich ist auch eine Ansteckung über z.B. nicht ausreichend gereinigtes Gemüse, das mit Katzenkot in Berührung gekommen ist.

Vielen Müttern wird sicher noch der Rat aus der Schwangerschaft geläufig sein, sich von Katzen, insbesondere dem Katzenklo fernzuhalten. Die Gefahr einer Infektion mit Toxoplasma gondii in der Schwangerschaft besteht darin, dass der Parasit auf das Ungeborene übergehen und schwere Schäden hervorrufen kann.

Man geht davon aus, dass die Durchseuchung der Bevölkerung weltweit rund dreißig Prozent beträgt, dass also jeder Dritte eine Infektion mit dem Erreger mitgemacht hat. Die Erkrankung hinterlässt eine Immunität.
Die Symptomatik ist bei Immungesunden sehr gering ausgeprägt, viele Infizierte werden gar nicht merken, dass sie Eier des Parasiten aufgenommen haben. Allerdings verstecken sich die Erreger über einen langen Zeitraum in Gehirn- und Muskelzellen.
Bei Menschen mit schlechter Immunlage kann es zu erheblichen Komplikationen kommen, z.B. Absiedelung des Parasiten im Gehirn.

Die jetzt veröffentlichte Studie untersuchte mehr als 45000 Frauen im Hinblick auf eine abgelaufene Infektion mit T. gondii einerseits und Suizide bzw. schwere Suizidversuche in der Vorgeschichte andererseits.

Die Frauen mit Toxoplasmose-Infektion hatten ein eineinhalb mal größeres Risiko, in ihrem Leben einen Suzid oder schweren Suizidversuch zu begehen.

Bei der Interpretation dieses Ergebnisses der Untersuchung waren die Autoren zurückhaltend und sahen weitere Studien für erforderlich an, um den Zusammenhang zwischen Toxoplasmose und Suizid weiter zu klären. Unter anderem ist die Frage offen, ob die Kausalität nicht anders herum sein könnte, nämlich dass suizidgefährdete Frauen sich leichter mit T. gondii infizieren, wobei die hierfür verantwortlichen Risikofaktoren ebenfalls unklar wären.

Also: Sicher kein Grund zur Panik, aber ein Aufruf zu größtmöglicher Hygiene im Umgang mit Katzen.

 

Peter Teuschel

Quelle: http://archpsyc.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1206779

5 Responses
  1. endlich klarheit!
    mein heilpraktiker stellte mir vor 1 woche die diagnose lochfraß im hirn.
    dann hat er mit seinem pendel eine manifeste durchseuchung des oberen kleinhirns festgestellt,das läge an meinem umfeld,solle es mit dem dritten auge durchleuchten.
    bin daraufhin über den artikel gestolpert und hab mich mit dem hinterkopf an der wand angehaut.
    Folgeerscheinung:ich vergesse alles!?
    Fazit:praktisch!

  2. Möglicherweise ist die Kausalität überhaupt ganz anders.
    Depressive Frauen haben nun mal Katze(n) – und auch Toxoplasmose *g*

  3. Suche rat…
    Mein kater 5 hält seinen kopf ständig schräg nach links unten…
    2012 war es ganz schlimm.
    Man vermutete eine entzündung ruchtung kopf, darauf wurde er dann auch behandelt.

    Di letzten monate hatte er dann ein zucken am rücken bis zum schwanz..di haben ihn ganz verrückt gemacht..
    Seid mitte letzter woche kam dann di schräglage dazu…

    Bim am montag mit ihm in di klinik u dort hatte man eine mittelohrentzündung vermutet u mit cortison u antibiotika behandelt.. Am di ging es ihm dann ziemlich mies. Er hat mir auf di couch gekotzt und in den gang gemacht und ja sind dann gleich wieder in di klinik und dort blieb er dann bis do… Dort wurde dann ein Ct gemacht um zu sehen ob sich im gehörgang flüssigkeit angesammelt hat.. War auch negativ… Blutbild u auf leukose war auch negativ…

    Also weis ich immer nocht nicht mehr. Die ärzte rätseln auch… Mittlerweile bekommt er nur noch cortison. Den umständen entsprechend geht es ihm gut. Er frisst, trinkt und kommt zum schmusen. Aber er sucht sich auch seine plätzchen zun zurückziehen.

    Was auch sehr komisch ist die linke pupille ist erweitert und ima größer.
    Weis nicht mehr weiter und möchte ihm doch so gern helfen.

    Mfg
    Jenni

    • Oje, das tut mir leid, dass Sie solche Sorgen um Ihren Kater haben. Inhaltlich kann ich leider nicht weiterhelfen, weil ich von Tierheilkunde keine Ahnung habe.
      Haben Sie das mit der Pupillendifferenz den Ärzten gezeigt? Bei Menschen könnte das ein Hinweis auf einen einseitig erhöhten Hirndruck sein, wozu auch das Erbrechen passen würde. Ist das CT vom gesamten Kopf gemacht worden (das wäre in diesem Fall wichtig) oder nur im Hinblick auf den Gehörgang?
      Wie gesagt, so richtig kann ich nichts dazu beitragen, aber ich halte die Daumen für Sie und Ihren Kater.

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