Aus der Traum: Tebartz-van Elst ist seinen Titel los

Er war sich wohl etwas zu sicher.

Nicht einmal im Traum hätte TvE, wie er von seinen Freunden und Bewunderern liebe- und respektvoll genannt wird, sich vorstellen können, dass es so schnell gehen würde.

Aber als altem Lateiner hätte ihm klar sein müssen:

Sic transit gloria mundi.

Obwohl – noch ist es nicht ganz so weit. Noch erhebt er, der Bischof von Limburg, offiziell Anspruch auf den Titel „Megalomane des Jahres“.

Und zu Recht. Was hat er sich nicht ins Zeug gelegt, um es so weit zu bringen. Aus ländlichen Verhältnissen stammend kam Franz-Peter in einer kinderreichen Familie zur Welt, am 20.11.1959.

Exakt einen Tag vor mir, der Schelm.

Diesen Vorsprung hat er Tag für Tag, Woche für Woche und Monat für Monat ausgebaut. Während ich mich noch im Medizinstudium befand, ließ er sich 1985 flugs zum Priester weihen und als ich noch dachte, Notre Dame steht in Paris, promovierte er schon an der gleichnamigen „University of Notre Dame“ in Indiana.

2007 orderte ich gerade mal Möbel für unsere Gemeinschaftspraxis bei IKEA.
Und er war schon Bischof von Limburg.

Was ein Tag Vorsprung so ausmacht, auf die Langstrecke gesehen.

Ist bald seinen Titel als "Megalomane des Jahres" los:  Franz-Peter Tebartz-van Elst

Ist bald seinen Titel als „Megalomane des Jahres“ los:
Franz-Peter Tebartz-van Elst

Sein Weg hin zum „Megalomanen des Jahres“ ist den meisten aus der Presse bekannt.  Es zwickte und zwackte ihn in seiner engen Bischofsklause und so beschloss er, einen kleinen Anbau in Auftrag zu geben. Da er sich um seine Schäfchen kümmern musste und alle Hände voll hatte mit Segnen und Weihen und Beten, merkte er gar nicht, dass die Bauarbeiter immer weiter und weiter werkelten. Viel zu spät fiel ihm auf:

„O Gott (sic!), ich habe ja völlig vergessen, denen zu sagen, dass sie aufhören sollen zu bauen!“

Aber da war es schon zu spät und Franz-Peter Tebartz-van Elst musste erschüttert feststellen, dass die auf 5 Millionen Euro („Schnäppchen“) veranschlagte Bischofshütte jetzt schon mit 31 Millionen zu Buche schlägt.

Zur Besinnung und um wieder einen Sinn für bescheidene Verhältnisse zu bekommen, trat er eine Reise nach Indien an. Slums kucken, bissl für die Armen beten und so. An Bord des Fliegers hielt man ihn für den Papst und bugsierte ihn per upgrade in die erste Klasse. Mei, er hat ja niemand den Sitzplatz weggenommen und die Limburger Bischofsuniform braucht ja auch etwas mehr Raum in der Breite als so ein heidnischer Indienurlauberfreizeitdress.

Auch wenn die üblichen Neider ihm Prunksucht und Missbrauch all seiner Ämter und Funktionen unterstellen: Es ging ihm stets nur um eins: Den Titel „Megalomane des Jahres“ nach Deutschland zu holen.

Jetzt aber droht Gefahr. Aus dem Osten. Genauer gesagt, aus dem Süden. Aus Spanien.

Da nämlich stand bis vor kurzem vor dem Rathaus von Valencia der Black Spider:

Bild: AFP

Bild: AFP

Dieses Hybrid aus einem Jeep Wrangler und einem Cadillac Escalade (falls das jemand was sagt) ist nur eines von 400 Autos von Hamad bin Hamdan Al Nahya, seines Zeichens Scheich aus Abu Dhabi.

Das sperrige Teil hatte nirgendwo Platz (Valencia ist aber auch ein irgendwie zu knapp geratenes Städtchen) und so stellte es der Scheich vors Rathaus. Ins Parkverbot. Ein paar Spielverderber fanden das gar nicht witzig und wollten der schwarzen Spinne einen Strafzettel verpassen.

Pech gehabt, geht nicht, bei der Konstruktion dieser Sonderanfertigung wurde der Platz für das Nummernschild irgendwie vergessen. Deshalb fährt die sieben Meter lange Karosse ohne amtliches Kennzeichen durch die Lande. Und da kann selbst eine spanische Politesse nix machen.

Gänzlich blamierten sich die Valencianer, als sie den Spider gewaltsam entfernen wollten. Geht auch nicht, mit fünf Tonnen ist das Ding einfach zu schwer für jeden Abschleppwagen.

Aber keine Sorge, liebe Spanier. Der bleibt nicht lange. Der Black Spider ist nämlich auf dem Weg nach Limburg. Und ratet mal, wo der abgestellt wird?
Richtig, vor Franz-Peters Neubau. Und dann kommt der nächste der 400 Brummer aus dem Scheich´schen Fuhrpark und dann der nächste und so fort.

Ich ahne Übles und irgendwie tut er mir leid, der F-P TvH.
400 unabschleppbare Scheichkutschen im Parkverbot vor dem Bischofspalais werden selbst seinen Palast zu Limburg aussehen lassen wie die Fischerhütte des armen St. Petrus.

Und den Megalomanen-Titel ist er dann auch los.

 

Peter Teuschel

(Ja, ich weiß. Das mit Indien war schon 2012. Muss ich durcheinander gebracht haben in der Aufregung.)

(Die Einzelheiten zu TvHs Lebenslauf stammen aus Wikipedia).

5 Responses
  1. Ha ha …. nettes Bild!
    Ich würde den Bischof beim Scheich in die Lehre schicken. Da könnte er dann vielleicht mal eine der Karossen putzen (sollten das seine manikürten Finger erlauben), aber was noch wichtiger wäre, sich abgucken wie sich das Verhältnis von Narzissmus und Größenwahn so richtig in Szene setzen lassen. Da geht bestimmt noch was!

  2. Dabei sieht er doch so harmlos aus der Bischoff, mit seinem rotbäckigen Kindergesicht,
    beinahe süß. Vielleicht hat er ja einfach nur den Jesus Satz „ in meines Vaters Haus sind viele Wohnungen“ missverstanden, oder hat sich verwechselt mit dem Vater Jesu´, mit Gott, das kann einem schon mal passieren. Endlich weiß ich wieder warum ich keine Kirchensteuern mehr bezahle. Wie viele Flüchtlinge aus Lampedusa hätte man wohl retten und aufnehmen können für dieses sinnlos verschleuderte Geld? Dann bekäme der schöne Satz von Jesus wieder echten Sinn: „In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen“, auch für Flüchtlinge oder gerade für Flüchtlinge, denn das ist doch die echte Aufgabe der Kirchen: Seelen zu retten und nicht Geld zu verschwenden.
    Vielleicht, Herr Teuschel, haben Sie da einfach Glück gehabt, dass Ihr Lebensweg so viel ehrlicher und interessanter wurde als der des Bischoffs: das ist die Gnade der späten Geburt, hätte Kohl gesagt.

    • Stimmt! Die Gnade der 24 Stunden-Verspätung.
      Das regt mich ja gerade so auf an diesen ganzen Pharisäern, dass sie vorgeben, Gutes zu tun. Da ist mir jeder „ehrliche“ Gauner lieber.

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