Asylum Squad: Packender Psychiatrie-Comic

„Asylum Squad“ ist der Name eines Psychiatrie-Comics aus Toronto. Die ersten Bilderserien der Autorin Sarafin entstanden während eines längeren Aufenthaltes in einer psychiatrischen Klinik. Der Comic ist bislang ausschließlich online erschienen.

Beschrieben werden die Erfahrungen von vier jungen Menschen mit ihren psychischen Erkrankungen:

sarah loveheart cath schneider henry chan liz madder

Die Comics werden fortlaufend auf der website asylumsquad.com veröffentlicht.

Der Comic ist sehr dicht und intensiv, bisweilen auch beklemmend.

Wenn man sich einmal in den Geschichten festgelesen hat, hört man nicht mehr so schnell wieder auf. Die Darstellung der psychotischen Welt der einzelnen Protagonisten ist teilweise drastisch, ebenso wie die Schilderung der Situation in der Klinik.

Der Comic ist insgesamt auch psychiatriekritisch, ohne aber platt antipsychiatrisch zu sein.

Die Autorin Sarafin leidet nach den Angaben in ihrer Biographie selbst an einer schizo-affektiven Psychose. Sie engagiert sich in mehreren Projekten, die sich mit der künstlerischen Potenz psychotischer Erfahrungen wie auch mit einer Verbesserung der Behandlungssituation beschäftigen.

Asylum Squad ist sicher nichts für Zartbesaitete, aber es handelt sich um einen ausgezeichneten (englischsprachigen) Psychiatrie-Comic.

Peter Teuschel

Alle Abbildungen: © asylumsquad.com

3 Responses
  1. Das Engagement von Frau Sarafin ist bewunderswert! Und ich habe selbst schon oft erfahren, wie bereichernd die tlw. „andere“ Weltsicht von Menschen ist, die an Psychose erkrankt sind. Und was für ein unheimlich kreatives Potenzial sich ganz nebenbei auftut.. Zu meinem großen Leidwesen ist mein Englisch nicht mehr so gut… und wg. meiner Depression fällt es mir schon schwer, mich in Deutsch aufs Lesen zu konzentrieren… Aber ich freue mich, dass es Menschen wie sie gibt!

    • Ja, der Comic setzt gute Englisch-Kenntnisse voraus. Obwohl die Zeichnungen für sich auch sehenswert sind, erschließt sich die Handlung doch erst durch den Text.
      Vielleicht kommt ja mal eine Zeit, das Englisch wieder aufzufrischen.
      Gibt aber sicher Wichtigeres …!
      🙂

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